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Hilfe für die Ukraine: Was Castrop-Rauxel für Geflüchtete tun kann
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Landesflagge der Ukraine
Einleitungstext

So gut wie möglich möchte sich die Stadt Castrop-Rauxel auf Geflüchtete aus der Ukraine vorbereiten und richtet daher zusätzlich eine Unterbringung in den ehemaligen Räumen des Jugendzentrums in Deininghausen an der Dresdener Straße ein.

Fortsetzungstext

„Wir haben sehr viel aus 2015 gelernt und wissen, dass eine gute Vorbereitung alles ist. Da niemand weiß, wie viele Menschen in den nächsten Wochen und Monaten Schutz bei uns suchen werden, ist es wichtig, schon jetzt sichere Unterkünfte für Geflüchtete zu schaffen“, erklärt Bürgermeister Rajko Kravanja.

Derzeit laufen die Arbeiten, um das Gebäude entsprechend für die Geflüchteten auszustatten, ähnlich wie schon im Jahr 2015. Von der benachbarten Turnhalle sollen zudem die Sanitäranlagen genutzt werden. Daher wird eine sportliche Nutzung der Halle, wenn es soweit ist, nicht mehr möglich sein. Die Hans-Christian-Andersen Schule, die Sportvereine und Gruppen, die in der Halle in Deininghausen trainieren, hat die Stadtverwaltung bereits informiert.

 

Städtische Koordinierungsstelle 

Die Hilfbereitschaft der Castrop-Rauxeler Bürgerinnen und Bürger ist überwältigend. Die Bezirksregierung weist der Stadt Castrop-Rauxel nach und nach mehr geflüchtete Menschen aus der Ukraine offiziell zu, und auch über private Verbindungen suchen mehr und mehr Ukrainer in Castrop-Rauxel Schutz. Hilfsangebote und Spendenaktionen müssen koordiniert werden, um zielgerichtet dort zu landen, wo sie gebraucht werden.

Die zentrale Anlaufstelle für Hilfsangebote ist innerhalb der Stadtverwaltung der Bereich Migration und Obdachlosenhilfe, der alle Ideen und Anregungen der Castrop-Rauxelerinnen und Castrop-Rauxeler bündelt.

Die E-Mail-Adresse lautet fluechtlingshilfe@castrop-rauxel.de

Montags bis freitags jeweils von 10.00 bis 12.00 Uhr sowie zusätzlich montags und mittwochs jeweils von 14.00 bis 16.00 Uhr ist dieses Team der Stadtverwaltung auch telefonisch erreichbar: 0152 2693 6838

 

Anlaufstelle für Geflüchtete

Ein kurzes Erstgespräch mit Geflüchteten erfolgt persönlich im Rathaus. Es reicht, den Pass zu diesem Gespräch mitzubringen, eine vorherige Übersendung von Unterlagen ist nicht erforderlich. Wenn jemand nicht mit einer Begleitung kommt, die übersetzen kann, wird ein Dolmetscher im Rathaus oder über die vielen ehrenamtlichen Angebote organisiert. Wer nicht auf eine städtische Unterkunft angewiesen ist oder anderweitig Hilfe benötigt, kann sich erstmal 90 Tage im Land aufhalten und hat keinerlei melderechtliche Verpflichtung.

 

Private Unterkünfte für Geflüchtete

Wer private Unterkünfte anbieten möchte, kann sich ebenfalls über fluechtlingshilfe@castrop-rauxel.de mit der Stadtverwaltung in Verbindung setzen. Im Anschreiben sollten folgende Informationen enthalten sein:

  • Adresse der Unterkunft
  • Ist dies eine separate Wohnung oder ein separates Zimmer?
  • Ggf. Anzahl der Zimmer
  • Ist der Wohnraum ausreichend möbliert?
  • Größe der Unterkunft
  • Ungefähre Personenanzahl
  • Ab wann und für wie lange wird der Wohnraum zur Verfügung gestellt?
  • Wird die Unterkunft kostenlos zur Verfügung gestellt?
  • Eine Telefonnummer, unter der man erreichbar ist
     

Präventiver Aufruf und Informationsveranstaltung für mögliche Gastfamilien für ukrainische Flüchtlingskinder

Die Entwicklung und die Folgen des Krieges sind nicht absehbar. Für den traurigen Notfall, dass möglicherweise auch unbegleitete minderjährige Geflüchtete aus der Ukraine in Castrop-Rauxel ankommen, möchte die Stadtverwaltung vorbereitet und handlungsfähig bleiben. Noch gibt es keine entsprechenden Anfragen oder Zuweisungen, weshalb der Aufruf, sich als Gastfamilie für geflüchtete Kinder zur Verfügung zu stellen, präventiv erfolgt. 

Um das Konzept Gastfamilie vorzustellen, lädt der Pflegekinderdienst des Bereichs Jugend und Familie der Stadtverwaltung Interessierte herzlich zu einer Informationsveranstaltung am Dienstag, 29. März, um 18.00 Uhr im Bürgerhaus, Leonhardstraße 4, ein.

Gastfamilien stehen besonders bei Kindern, die durch Krieg und Flucht traumatisiert sind, vor einer Vielzahl an Anforderungen und Herausforderungen. Den Kindern zu vermitteln, dass sie an einem sicheren Ort sind, sie in den Alltag einzubinden und ihnen den Besuch von Schulunterricht zu ermöglichen, ist nicht einfach, erst recht nicht vor dem Hintergrund, dass der Zeitraum, in dem die Kinder dann in der Gastfamilie leben würden, ungewiss ist.

Die Informationsveranstaltung ist natürlich kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht notwendig. Es gilt die 3G-Regelung und Maskenpflicht.

Grundsätzlich sucht die Stadtverwaltung fortlaufend auch Pflegefamilien, die dauerhaft Kinder, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht bei ihren Eltern leben können, bei sich aufnehmen. Dabei erhalten Interessierte durch den städtischen Pflegekinderdienst eine Ausbildung und werden auch danach regelmäßig zu Seminaren mit verschiedenen Themenschwerpunkten eingeladen. Sind auf Dauer angelegt und 

Castrop-Rauxelerinnen und Castrop-Rauxeler, die interessiert und bereit sind, Pflege- oder Gastfamilie zu werden oder Kinder in Bereitschaftspflege oder als Adoptivkinder aufzunehmen, können sich jederzeit unverbindlich an den Pflegekinderdienst wenden: Tel. 02305 / 106-2568, E-Mail pkd@castrop-rauxel.de. Weitere Informationen finden Sie auf www.castrop-rauxel.de/pflegekinderwesen

 

Unterkünfte an der B235
Die Bezirksregierung Münster weitet die Unterkunftsplätze für ukrainische Kriegsflüchtlinge nochmals aus. Damit wird auch, wie bereits 2015, die Freifläche an der B235 in Castrop-Rauxel für Unterkünfte genutzt. Bürgermeister Rajko Kravanja: "Wir müssen jetzt helfen, wo wir können und Unterkünfte für diejenigen schaffen, die vor Krieg und Gewalt fliehen. Im Kleinen und im Großen, in Europa und in Deutschland, müssen wir zeigen, dass wir zusammenhalten und uns gegenseitig eine Stütze sind. Castrop-Rauxel stellt mit der Fläche an der B253 daher 1000 Notunterkunftsplätze zur Verfügung."

 

Castrop-Rauxel unterstützt Spendenaktion der polnischen Partnerstadt Nowa Ruda

Um die vielfältigen Hilfs- und Spendenangebote der Castrop-Rauxeler Bürgerinnen und Bürger auch dort ankommen zu lassen, wo sie aktuell am meisten gebraucht werden, hat die Stadt Castrop-Rauxel Kontakt zu ihrer polnischen Partnerstadt Nowa Ruda aufgenommen und deren Spendenaktion für Flüchtlinge aus der Ukraine unterstützt - zunächst mit einer Spendensammlung am Wochenende 4. bis 6. März.

„Ich bin wieder überwältigt von der Welle der Hilfsbereitschaft der Castrop-Rauxeler. Auch der vielen, die keinen direkten Kontakt in die Ukraine haben. Und auch Teile der heimischen Wirtschaft haben ihre Unterstützung und Spendenbereitschaft schon zugesagt. Damit diese Hilfe aber auch zielgerichtet ankommt, ist eine Koordinierung der Spendenbereitschaft wichtig. Mit meinem Amtskollegen in unserer polnischen Partnerstadt Nowa Ruda Tomasz Jacek Kiliński habe ich deshalb eine Kooperation vereinbart“, sagt Bürgermeister Rajko Kravanja bei einer Pressekonferenz.

So wurde die Kita am Stadtmittelpunkt am ersten Märzwochende kurzfristig zum Spendenlager. Mitarbeitende des städtischen Bereichs Migration und Obdachlosenhilfe, der Forum BetriebsgmbH und Ehrenamtliche der Flüchtlingshilfe Castrop-Rauxel e.V. sowie der Caritas und des DRK nahmen die Spenden entgegen und sortierten sie in Kisten und Kleidersäcke. Der Hilfstransport per 40-Tonner hat Nowa Ruda am 10. März erreicht.

 

Geldspenden 

Weiterhin sind Geldspenden zur Versorgung der Flüchtlinge in Polen herzlich willkommen. Dazu hat die Stadtverwaltung ein eigenes Konto eingerichtet:

IBAN: DE 69 4265 0150 1000 8636 29 
BIC: WELADED1REK 
Verwendungszweck: Ukrainehilfe 

Sofern Spendenquittungen gewünscht werden, müssten Name und Adresse des Spenders mit der Überweisung mitgeteilt werden. Jedoch reicht dem Finanzamt bis zu einem Betrag von 299 Euro der Überweisungsbeleg. Erst ab 300 Euro wird tatsächlich eine „Spendenquittung“ benötigt.

 

Stadtbibliothek

Die Castrop-Rauxeler Stadtbibliothek unterstützt durch spezielle Medienangebote sowie andere Dienstleistungen ukrainischen Flüchtlinge bei ihren Integrationsbemühungen vor Ort. Die Bibliothek hat bereits spezielle Deutschlern-Materialien, Wörterbücher, sowie zweisprachige Kinderbücher in deutscher und ukrainischer Sprache bestellt. Kurzfristig werden sie in den Bibliotheksbestand aufgenommen und ausleihbar sein. 

Die Broschüre „Willkommen“, herausgegeben von der Flüchtlingshilfe München e.V., ist eine erste Einführung in die deutsche Sprache. Sie enthält einfache und nützliche Informationen zur deutschen Sprache, u.a. das Alphabet sowie grammatikalische Grundlagen und alltägliche Redewendungen. Diese Broschüre ist in der Bibliothek kostenlos erhältlich oder über diesen Link erreichbar. Weitere digitale Angebote zu Kinderbüchern und Literatur für Erwachsene in ukrainischer Sprache sowie Hilfen zur Integration. Die Anmeldung für die Angebote in der Bibliothek, Im Ort 2, ist für ukrainische Flüchtlinge kostenlos.

 

Viele weitere Informationen erhalten Sie in der folgenden Pressemitteilung der Kreisverwaltung: Ukraine-Flüchtlinge im Kreis Recklinghausen: Verwaltungen auf Herausforderungen vorbereitet