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Rat hat Energiesparmaßnahmen einstimmig beschlossen
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Ratssitzung am 24. November
Einleitungstext

Die letzte Ratssitzung des Jahres am 24. November wurde wieder live auf www.castrop-rauxel.de/RatsTV sowie auf dem städtischen YouTube-Kanal von CAS-TV Bürgerfernsehen e.V. übertragen, und die Aufzeichnung der Sitzung steht Ihnen im Anschluss noch eine Woche lang zur Verfügung.

Fortsetzungstext

Im Bürger- und Ratsinformationssystem finden Sie die Tagesordnung mit allen Verwaltungsvorlagen und politischen Anträgen.

 

Energiesparziele im Blick: Rat beschließt einschneidende Maßnahmen

Konsequentes Energiesparen in allen Bereichen ist ein wesentlicher Faktor, um der Energiekrise zu begegnen. Die aktuelle Lage macht weder vor der privaten Haustür Halt noch vor den Toren öffentlicher Einrichtungen. Allein die gute Absicht reicht nicht aus.

Es gibt gesetzliche Grundlagen, die Maßnahmen vorgeben, zum Beispiel seit August 2022 die Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung über kurzfristig wirksame Maßnahmen (Kurzfristenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung - EnSikuMaV) und darüber hinaus die verordneten Sparziele der Europäischen Union sowie der Bundesregierung.

15 bis 20 Prozent Energie einsparen, ist das Ziel

Der Rat der Stadt Castrop-Rauxel hat in seiner Sitzung am 1. September einstimmig beschlossen, dass die Stadt Castrop-Rauxel 15 bis 20 Prozent ihres Wärme- und Stromverbrauches einsparen soll. Warum? In der Wärmeversorgung ist Deutschland auf Gas angewiesen. Da wegen des Ukrainekrieges kein Gas mehr aus Russland kommt, ist es zwingend notwendig, dass weniger Gas verbraucht wird, nicht nur in diesem Winter, sondern auch mit Blick auf den Winter 2023/24.

Was bedeutet das für die Stadt Castrop-Rauxel?

Zum Ende der Sommerferien hat die Stadtverwaltung ein erstes Sofortpaket mit kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen auf den Weg gebracht. Dazu gehören zum Beispiel das Absenken der Raumtemperaturen in allen öffentlichen Gebäuden auf das vorgeschriebene Minimum, das Absenken der Wassertemperatur im Hallenbad sowie den Betrieb des Freibades ausschließlich per Solarabsorber.

Doch damit kann das Einsparziel von 15 bis 20 Prozent bei Weitem nicht erreicht werden. Aber es muss erreicht werden!

Und deshalb schlug die Stadt der Politik in der Ratssitzung am Donnerstag, 24. November, weitere Maßnahmen vor. „Neben vielen kleineren Maßnahmen werden wir nun auch Einschnitte beschließen und umsetzen müssen, die uns allen weh tun. Es gibt bedauerlicherweise keine Alternative“, versichert Bürgermeister Rajko Kravanja. Die Strategie des Krisenstabs Energie sah von Anfang an vor, sukzessiv weitere Maßnahmen in Abhängigkeit des Eskalationsgrades und der daraus resultierenden Notwendigkeiten zu ergreifen.

Die Ratsfraktionen und die Stadtverwaltung haben im Vorfeld verschiedene Entwürfe ausführlich diskutiert und ebenfalls die Schulleitungen und den Stadtsportverband mit einbezogen und schlussendlich neue Kompromisse vereinbart, die in der Ratsvorlage "Ausrufen der `Alarmstufe Gas`") mündeten.

So wurden in der Ratssitzung am 24. November unter anderem diese Maßnhamen einstimmig beschlossen:

  • Ab 19. Dezember werden die Sporthallen nur noch im wöchentlichen Wechsel auf 17 Grad Celsius, in der anderen Woche auf ein Minimum von 10 Grad geheizt. Folgende sieben Sporthallen bleiben dauerhaft auf 17 Grad Celsius beheizt: Neue Gesamtschule Ickern, Willy-Brandt-Gesamtschule, Adalbert-Stifter-Gymnasium, Fridtjof-Nansen-Realschule (große Halle) sowie die Gymnastikräume an den Grundschulen Am Hügel, Am Busch und Wilhelmschule. 
  • Das Hallenbad legt eine verlängerte Winterpause ein und schließt von Weihnachten bis zum 21. Januar 2023.
  • 25 Prozent der Büroflächen im Rathaus werden nicht mehr beheizt. (Bereits gesenkt wurden die Raumtemperaturen im Rathaus und in den städtischen Nebenstellen sowie in der Stadt- und Europahalle, ebenso wie die Wassertemperatur im Hallenbad.)

Weiterhin wurde ein gemeinsamer Antrag von CDU und FDP als Ergänzung zum Tagesordnungspunkt "Ausrufen der `Alarmstufe Gas`" beschlossen.

„Natürlich haben wir uns im Vorfeld mit vielen Akteuren zusammengesetzt und sind uns bewusst, dass diese Entscheidungen auf Kosten von Kindern, Jugendlichen und Vereinen gehen - also gerade diejenigen, die durch die Corona-Pandemie besonders betroffen waren. Doch die Energieunsicherheit unseres Landes und aller privaten Haushalte zwingt uns dazu, dass wir hier die Priorität einräumen müssen. Leider geht dies nicht ohne Einschränkungen für uns alle“, erläutert Bürgermeister Rajko Kravanja weiter.

Die Auswirkungen der Maßnahmen werden genauestens beobachtet und analysiert. Wird das Ziel von 15 bis 20 Prozent Energieeinsparungen erreicht, wird man gegebenenfalls Maßnahmen auch wieder zurücknehmen können. Sowohl mit den Schulen als auch mit den Sportvereinen steht die Stadtverwaltung in stetem Austausch, sodass flexibel und kurzfristig reagiert werden kann.